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Dienstag, 11. Februar 2014

Das Letzte... zum Januar

Das Jahr 2014 schreitet mit schnellen Schritten voran. Nur leider konnte da nicht jeder mithalten - und hat sich zum Teil mächtig verirrt...

screen twitter im zugAuch für einen 16-Jährigen könnten vielleicht die ersten Tage des neuen Jahres zu viel gewesen sein. Er schlief eines samstagabends in einem Zug ein, wurde nicht entdeckt und landete abgestellt im Bahndepot des Stuttgarter Hauptbahnhofs. In der dunklen Enge entdeckte er immerhin die Weiten des World Wide Web (und dieses ihn) und startete via twitter einen Hilferuf an die Deutsche Bahn. Die entdeckte den Vorgang erst später – und reagierte dann umso schneller: mit Ermittlungen. Denn man habe den Zug vor dem Abstellen kontrolliert, zudem sei der angeblich Gefangene wohl absichtlich in die falsche (gefährliche) Richtung gelaufen, um noch ein Foto zu machen, und habe dabei den Bahnverkehr gefährdet.

In der Richtung geirrt hat sich auch ein weiterer Baden-Württemberger. Ein Biber in Blumberg verschätzte sich beim Fällen eines Baumes, dieser landete auf einer Straße, die wenig später ein Lastwagenfahrer passierte, der nicht mehr ausweichen konnte und einen Unfall mit zwei weiteren Fahrzeugen auslöste. Der eigentliche Verursacher bleibt wohl unbekannt, denn, so schreibt die Polizei: „Der Biber hatte sich zu diesem Zeitpunkt im Übrigen bereits unerlaubt von der Unfallstelle entfernt.“ Tja, leider hat er nicht getwittert.

Dort hätte er vielleicht ebenfalls Lösungen bekommen, wie man’s richtig macht. Oder bei anderen Angeboten im Internet – zum Beispiel dem der baden-württembergischen Polizei. screens Januar-Letztes copyDie hat mit der Reform zu Jahresbeginn auch den Ort für ihre Pressemitteilungen geändert.
Und dort erfährt man nun nicht nur, wen weshalb eine Anzeige erwartet, sondern kann selbige auch sehen: für Mittel gegen Gelenkschmerzen (sicher gut nach Schlägereien) oder „handgeprüfte Mitgliederprofile“ (um ja keinem Heiratsschwindler, notorischem Schläger oder Dieb aufzusitzen), war etwa auf den Seiten des Ludwigsburger Präsidiums zu lesen. Nach Zeitungsberichten war damit vorerst Schluss. Doch die Polizei wäre nicht Freund und Helfer, würde sie nun keine Ratschläge mehr geben – natürlich nur noch ohne Haken… Vielleicht sollte es ein Bauer aus Freiberg, der seit mehreren Monaten mit einem Plakat an seinem Haus nach einer Frau sucht, mal bei der Polizei probieren? Immerhin: im Januar kam mal zufällig jemand von dpa vorbei, der dabei entstandene Bericht fand bundesweit großen Abdruck. Und wenn schon keine Frau sich gemeldet hat, so hat der Bauer nun wenigstens viele Zeitungsausschnitte. Denn Sammeln lohnt sich, nicht nur für die Polizei!

Noch mehr hätte es sich aber für einen Mann in Fellbach gelohnt. Und zwar das (Auf)sammeln seines Geldbeutels, den er dort verloren hatte, wo er nichts zu suchen hatte: in einem Firmengebäude, in das er eingebrochen war.

Nichts zu suchen hatte auch ein Bienenstich auf einer Frau – weshalb diese, so war zu lesen, Schmerzensgeld haben wollte. Und zwar von der Kreissparkasse Ludwigsburg, die seit geraumer Zeit acht eigene Völkchen besitzt. Kleinvieh, heißt es, macht schließlich auch Mi.. äh, noch besser, Gold, flüssiges. Die Frau mit dem Stich scheint das nicht zu schätzen und macht nun Tamtam – und das alles nur, weil sich eine Biene mal verflogen hat.

Vielleicht war das Tier aber auch verwirrt, weil es in einen Kreisverkehr geraten war – mit einem Kunstwerk in der Mitte. Oder eben einem Birnbaum, so wie dem in Lomersheim (hier ein Video mit dem Übeltäter). Dem 100 Jahre alten Gewächs droht die Fällung, schuld ist mal wieder die berühmt-berüchtigte EU-Richtlinie. Sehr zum Leidwesen des Landratsamts in Pforzheim, dass sich entweder die Wut der Bürger zuzieht oder sich in der Verantwortung sehen muss, wenn ein Unfall passiert. Vielleicht könnte die Behörde, um dem zu entgehen und nicht selbst Hand anlegen zu müssen, einfach mal einen Biber in der Nähe aussetzen. Und bloß nicht darüber twittern.

Freitag, 27. Dezember 2013

Das erste @ichbinBW Jahr geht zu Ende

zur Halbzeit im Juni hatte ich ja schon erste Statistiken über die Kuratoren von @IchbinBW hier veröffentlicht. Nun geht das Jahr zu Ende, 52 Wochen mit 52 Kuratoren und ich mache mal den "Jahresabschluss". Man könnte viele Zahlen und Fakten erheben: Alter, Geschlecht, Jahreseinkommen und und und... das einzige was aber wirklich interessiert ist denke ich die geografische Verteilung im Ländle. Und da zeichnet sich der Trend der ersten 26 Wochen weiter ab:

Die Schwaben (respektive Württemberger) sind deutlich in der Überzahl, über 2 Drittel der Kuratoren kamen von hier, nur knapp 1/3 aus Baden. Eine Kuratorin aus der Schweiz hatten wir, was uns natürlich auch sehr erfreute :).  Auch bei den Städten bietet sich ein ähnliches Bild wie vor einem halben Jahr:

Stuttgart ganz weit vorne mit 16 Kuratoren, danach Karlsruhe mit 5, Pforzheim, Konstanz und Ludwigsburg mit je zwei und dann ganz viele Städte und Städtchen mit je einem Kurator.
Ich habe mir die Mühe gemacht und das ganze nochmal auf eine Landkarte gebracht:

Was man daraus ablesen kann? Dass es noch jede Menge Städte und Regionen gibt die noch garnicht dran waren. Und dass es mindestens 52 weitere Kuratoren geben wird! ja.. @IchbinBW geht weiter. Oliver wird weiter die Koordination machen und ich bin mit ins Team eingestiegen - geteilte Arbeit ist eben halbe Arbeit ;) Deßhalb nun auch der Aufruf: Wir brauchen Kuratoren! schon ab KW1 ist @IchbinBW frei! also meldet euch schnell an!
http://www.ichbinbw.de/p/wir.html
Traut euch und haut in die Tasten!

Das Letzte... zur Weihnachtszeit

Alle Jahre wieder… kommt der Weihnachtsstress. Und damit auch die Frage, was man denn anderen schenken könnte.
Oft fängt das schon Anfang Dezember an, wenn schnell noch etwas besorgt werden muss. So wie das ein Unbekannter in einem Einkaufsmarkt in Freiberg am Neckar getan hat: er stieg – wohl auch mit größerem Aufwand verbunden – in der Nacht auf den 6. in das Gebäude ein und stahl gebackene Nikoläuse im Wert von 15 Euro. Da dürfte am Morgen der echte Nikolaus tatsächlich die Rute gezückt haben…
Und noch etwas fehlte an Nikolaus: die traditionellen Fahrten der „Sauschwänzlebahn“. Denn weil sich vom Aussterben bedrohte Mopsfledermäuse in einem Tunnel eingenistet hatten, stoppte das Landratsamt Villingen-Schwenningen die Touren.

LetzteWeihnachten_GeklauteFigurenNicht viel besser erging es übrigens seinem Kollegen, dem Weihnachtsmann. Der wurde nämlich gestohlen – zumindest aus manchen Vorgärten. Anfang Dezember fand ihn dann aber die Polizei im Kreis Göppingen wieder – zusammen mit vielen weiteren Dekofiguren. Die Beamten des Polizeipostens Altenstadt hatten übrigens, nachdem aus einem Vorgarten ein Schneemann geklaut worden war, eigens eine Ermittlungsgruppe Vorgarten eingerichtet…
Wo also sinnvolle Geschenke kaufen? Auf einem Weihnachtsmarkt? Gut möglich – aber nicht auf dem in Bad Cannstatt mit Schwerpunkt Western. Die von Ende November bis zum 31.12. geplante Veranstaltung fand nämlich gar nicht statt.

LetzteWeihnachten_Baum in MZDann also lieber mal die weihnachtliche Deko organisieren… aber nicht so wie in Erdmannhausen, wie in der Marbacher Zeitung zu lesen war. Dort reichte die Beleuchtung für die örtliche Tanne nur für das obere Drittel, wie bei einer Sitzung des Verwaltungs- und Technischen Ausschusses festgestellt wurde. Doch die Gemeinderäte wussten sich schnell zu helfen, sammelten 30 Euro und gaben die Spende der Bürgermeisterin.
Ach, man muss an so vieles denken vor Weihnachten. An Geschenke, ausreichend Deko, das Einkaufen, weil es ja nach den Feiertagen nichts mehr in den Supermärkten gibt, für eine Feier bei den Einladungen niemanden zu vergessen – nicht so wie bei der TSG Hoffenheim  – und vor allem das Essen vorzubereiten. Das sollte man übrigens auch nicht einfach unbeaufsichtigt auf dem Herd lassen, nur weil es vor dem Kirchgang noch nicht fertig ist, so wie es eine Frau in Tuttlingen getan hat
Alternativ kann man die Feiertage natürlich auch außer Haus verbringen. Und das hoffentlich friedlich und nicht so wie in Kehl… Dann kann die Weihnachtszeit mal ganz ohne Stress sein.

Und so sah die Weihnachtsdeko aus in... Bad Buchau, am und im Stuttgarter Hauptbahnhof, in einer Gaststätte in Bonlanden und in Möglingen (im Uhrzeigersinn).

Dienstag, 17. Dezember 2013

Die neue Bundesregierung kommt aus Weilimdorf


Seit heute, 17. Dezember, steht die neue Bundesregierung. Verantwortlich dafür: ein Teil von Stuttgart-Weilimdorf. Zumindest statistisch betrachtet. Denn kein anderer Wahlbezirk in Baden-Württemberg als der mit der Nummer 022-10 liegt näher am bundesweiten Ergebnis, ergab eine Auswertung des Statistischen Landesamtes. Auf eine ganze Gemeinde bezogen, gilt das übrigens für Heidenheim. (In der Vergangenheit lag übrigens Vaihingen/Enz recht nah, deshalb haben dort Wahlforscher am Wahltag auch gerne ihre Zelte aufgebaut und die Wähler befragt)

Zweitstimmenanteile (Bundesergebnis in Klammern):
Wahlbezirk 022-10:
CDU 41,6 % (CDU/CSU 41,5 %)
SPD 25,4 % (25,7 %)
FDP 4,1 % (4,8 %)
GRÜNE 9,0 % (8,4 %)
DIE LINKE 9,3 % (8,6 %)
Sonstige 10,6 % (10,9 %)

[hier noch das Ergebnis aus Heidenheim:
CDU 41,6 %, SPD 26,0 %, FDP 4,4 %, GRÜNE 10,1 %, DIE LINKE 6,5 %, Sonstige 11,4 %]


Der Wahlbezirk 022-10, der so durchschnittlich gewählt hat, das ist das Wohngebiet Pfaffenäcker, ein Viertel mit vielen mehrstöckigen Mehrfamilienhäusern (betrachtet man diese Statistik, sieht man, dass es in anderen Teilen Weilimdorfs Gebiete mit mehr Einfamilienhäusern oder kleineren Einheiten geben muss), breiten Straßen und genügend kostenlosen Parkplätzen (mehr Eindrücke aus dem Wahlbezirk und Weilimdorf gibt es hier). Letzteres ist dort auch nötig, liegt doch der gesamte Bezirk stuttgartweit bei der Anzahl der Kraftfahrzeuge auf 1000 Einwohner mit 418 unter den Top10.
Verglichen mit dem Durchschnittsdeutschen kommt der Wahlbezirk 022-10 auch in anderen Bereichen recht nah: das Statistische Amt der Stadt Stuttgart gibt als Alter der Weilimdorfer 42,5 an, bundesweit liegt es bei 42,1 Jahren (Mann)/45,1 Jahren (Frau). 15,2 Prozent der Weilimdorfer sind jünger als 15 - mehr als stuttgartweit (12,7 Prozent). Gerade deshalb kämpft Weilimdorf wie viele andere Orte mit einem Mangel an Kitaplätzen.


Gewählt wurde am 22. September übrigens in der Nähe des "Zentrums" (ein Cap-Markt, eine Apotheke, ein sozialer Treffpunkt sowie ein Fitnessstudio und der SB-Standort einer Bank mit Geldautomat - da dürfte man also schneller durch sein als die Zeit, die der Durchschnittsbürger zum Einkaufen benötigt), und zwar im Dietrich-Bonhoeffer-Gemeindezentrum. Übersetzt man Deutschland auf diesen Wahlbezirk, stößt man dort auf eine Parallele: auch dessen regierendes Oberhaupt (und das über rund 2000 Schäflein), ist eine Frau - Pfarrerin Dorothea Kik. Eine Zeitlang gab es der Internetseite der Gemeinde zufolge auch einen Vizekanzler (aka "regelmäßige unständige Pfarrer"), zuletzt war das eine Frau. Die Stelle ist seit sechs Jahren aber unbesetzt...

Apropos Oberhaupt: auch Weilimdorf als Ganzes hat ein eigenes, die Bezirksvorsteherin - quasi die Bundespräsidentin. Denn genau wie das Bundes-Vorbild werden diese obersten politischen Vertreter nicht von den Bürgern direkt gewählt. Dass die Weilimdorfer aber doch recht treffsicher bei Wahlen sind, haben sie ja nun eigentlich bewiesen...

Samstag, 7. Dezember 2013

Das Letzte… zum November

Dumm gelaufen

Ach, wie schnell das doch ging. Kaum gab es „Das Letzte“ zum ersten Mal, kommt nun schon die dritte Auflage daher. Und schnellen Schrittes geht es nun auch auf Weihnachten zu. Hoffentlich gerät da niemand aus dem Tritt…

Olé: diese Treppe soll mal spanisch werden. Das kann
einem derzeit ja schon spanisch vorkommen...
… wenn er zum Beispiel künftig die Spanische Treppe beschreitet. Stufe für Stufe gelangt er über dieses berühmte Bauwerk hinauf – zu MediaMarkt, REWE und sicher dem einen oder anderen Back-Shop. Wie? Back-Shops und REWE in Rom? Nein, in Ludwigsburg. Denn hier soll es – nach dem großen Vorbild – mit der Sanierung eine Spanische Treppe geben, die zum Marstall-Center führt. „Das wird sicher ganz schön aufregend“, wird ein Vertreter des neuen Betreibers ECE in der Zeitung zitiert. Bestimmt.

Für Aufregung – aber nicht nur im November – sorgte der Einhorn-Tunnel in Schwäbisch Gmünd. Der wurde nach langer, langer Zeit endlich eingeweiht. Für manche Verkehrsteilnehmer aber schon ein bisschen früher, denn weil Verkehrsminister Winfried Hermann sonst zu spät zu einem Termin gekommen wäre, lotste ihn Regierungspräsident Johannes Schmalzl durch den noch gesperrten Tunnel. Das war natürlich hinterher keine Abkürzung, sondern die „Besichtigung einer Landesbaustelle“.
Doch der Tunnel kann noch viel mehr, als nur die Innenstadt vom Verkehr entlasten: richtig was kosten nämlich. Genau gesagt befindet sich mit Baukosten von 280 Millionen Euro (statt 200 Millionen Mark) nun die teuerste Ortsumfahrung Deutschlands mitten im Ländle. Grund für die Preissteigerungen seien technische Probleme. Tja, da hätte man halt denjenigen ranlassen sollen, der eigentlich Namenspate werden sollte – und der zumindest weiß, wie technisches K.O. geht: Bud Spencer (nach ihm ist aber nun wenigstens ein Bad benannt).

Womit wir schon beim nächsten Boxer wären: Uwe Hück. Und genauso wie die ECE-Betreiber dürfte auch der Porsche-Betriebsratschef aufgeregt gewesen sein, vor seinem großen Kampf gegen den Ex-Schwergewichtsweltmeister Luan Krasniqi. Doch richtig lange konnte er das bei der Wohltätigkeitsveranstaltung unter dem famos gereimten Motto „Blaue Flecke für soziale Zwecke“  nicht sein:
nach acht Runden
lag Hück schon unten.
Lässt sich davon aber doch nicht stoppen,
will sich wieder mit dem Gegner kloppen.

Apropos unten: das waren auch zahlreiche Waschmaschinen bei Schorndorf im Rems-Murr-Kreis. Die Geräte waren auf einem Lastwagen, dessen Fahrer sich bei der eigenen und der Höhe einer Bahn-Unterführung  ziemlich verkalkuliert hatte – und hängenblieb, woraufhin die S-Bahn stehenblieb. Dumm gefah... ähhm, gelaufen.

Achtung: auf dem Weihnachtsmarkt
kommt Ihnen ein Elefant entgegen!
Letzteres galt auch für etwas anderes Großes auf einer Straße bei Stühlingen nahe Freiburg: ein Elefant. Der war von einem Zirkus ausgebüxt und spazierte munter durch die Gegend – und mitten hinein in den Verkehrsfunk. „Vorsicht, auf der B 314 kommt Ihnen ein Elefant entgegen.“

Viel farbenfroher und deutlich kleiner war dagegen das, was einem auf der Wiese vor dem Remsecker Rathaus entgegenkam. Beziehungsweise waren es vielmehr die Autofahrer, die der neuen Deko entgegenkamen –  allerdings zu den meisten Zeiten nur langsam. Die „Gmünder Grüße“, die für die nahende Landesgartenschau werben, sollen laut Stadtverwaltung „die Wartezeit auf die nächste Grünphase verkürzen“.  Die Veranstaltung in Schwäbisch Gmünd ist übrigens in zwei Bereiche unterteilt, einer davon nennt sich „Himmelreich“. Ob man dorthin durch den neuen Einhorn-Tunnel schneller kommt? Falls ja: die staugeplagten Fahrer an besagter Kreuzung vor dem Remsecker Rathaus wären sicher interessiert...

Tipps, wie etwas schneller gehen kann und wie man Tiere einfängt, hätten sicher auch die Erbauer eines 30 Kilometer langen Schutzzauns entlang der A81 bei Heilbronn gebrauchen können. Dieser hätte eigentlich Wildschweine von der Autobahn abhalten sollen, bei seiner Errichtung wurden einige der Tiere aber zwischen dem Zaun und der Fahrspuren eingesperrt. Also wurde die Autobahn voll gesperrt, um die Borstenviecher zurückzuscheuchen – ohne nennenswerten Erfolg. Vielleicht war ihnen das eingerichtete Gatter auch einfach zu profan – und sie hätten vielmehr etwas in der Art einer Spanischen Treppe bevorzugt…

Das war zum Lachen? Dann aber bitte nicht zu laut – sonst kann das vor Gericht enden, wie eine Jugendliche feststellen musste. Wegen 35 Euro Bußgeld. Eine echte Lachplatte.

Donnerstag, 21. November 2013

Grüß Gott, liebe Zuschauer!

Am heutigen 21. November ist nicht nur der Welt-Hallo-Tag, sondern auch der Welttag des Fernsehens. Aufs Ländle bezogen (der "Schwäbische Gruß" hat übrigens nichts mit Hallo zu tun ;-)) gibt beides zusammen einen kleinen Zusammenschnitt hier über die Anfänge von Fernsehsendungen und Serien, die mit Baden-Württemberg zu tun haben... Wer errät, aus welchen die O-Töne waren?
Kleiner Tipp: sie sind nicht nur im Baden-Württemberg-Programm des SWR gelaufen. Womit wir schon beim Thema wären, denn es ist nicht nur der SWR, der über BaWü berichtet oder hier dreht, zudem umfasst sein Verbreitungs- und Berichterstattungsgebiet auch noch Rheinland-Pfalz, eine "Erinnerung" an die Zeit vor der Fusion des SWF mit dem SDR (Zahlen, Daten und Fakten gibt es hier).
Doch der SWR ist nicht der einzige Fernsehsender mit Sitz in Baden-Württemberg. Da wären noch
- Regio TV (für den Raum Stuttgart sowie Oberschwaben, gehören zum Schwäbischen Verlag)
- RNF (Rhein-Neckar-Fernsehen)
- RTF.1 (Reutlingen und Tübingen)
- L-TV (vor allem Heilbronn/Hohenlohe)
- Baden TV
- TV Südbaden
- BW familiy tv (viele christliche Themen, aber auch das hier, zum Beispiel)
- BWeins, das bundesweit erste private Parlamentsfernsehen
- sowie einige Offene Kanäle und Studentenfernsehen

Und erinnert Ihr euch noch an bereits wieder eingestellte Sender, zum Beispiel das legendäre B.TV? Der Besitzer machte nach dem Aus weiter - in Astrosendungen, auf einem eigenen Kanal natürlich.

Sonntag, 10. November 2013

Das Letzte... zum Oktober

Alles Täuschung oder was?

Ach, wie schnell die Zeit vergeht: vor kurzem war noch April, nun schon November. April? Naja, zumindest wettertechnisch gesehen, mit all den Temperaturschwankungen und Niederschlägen. Doch auch in anderen Bereichen gab es zahlreiche Täuschungen…

… zum Beispiel bei der Unterschrift unseres Ministerpräsidenten. Niemandem war vor dem Druck aufgefallen, dass anstelle dieser im Grußwort der Broschüre zum Bürgerfest am 2. und 3. Oktober immer noch der Platzhalter stand. Und von den Verantwortlichen nahezu unbemerkt hat sich auf die Ländermeile auch ein neues Bundesland eingeschlichen: Milkanien. Dort dürfen übrigens Politiker ganz offiziell durch den Kako gezogen werden.

Apropos Tiere an ungeeigneten Orten: ein Mäusebussard flog – vermutlich auf der Jagd nach Nahrung – auf der A 81 zu tief und landete im Kühlergrill eines Autos. Vielleicht hat er das mit dem „Grill“ einfach nur falsch verstanden?
Falsch verstanden hat auch die Zeitung mit den großen Buchstaben etwas. Sie präsentierte Anfang des Monats auf der Lokalseite eine absolute Sensation und echt spannende Nachricht: In Hirschlanden (Teilort von Ditzingen, Kreis Ludwigsburg) trafen eine Katze und ein Vogel aufeinander. Und es geschah – nichts.

Umso mehr Aufsehen erregten dagegen andere Tiere. Ein Schaf, das ausgebüxt war und von der Ludwigsburger Polizei gejagt wurde – erfolglos. Großes Vorbild für trickreiche Täuschungsmanöver und Versteckspiele mag da vielleicht ein anderer Mehrbeiner gewesen sein: Dieser hatte einen Mitarbeiter eines Discounters, der gerade dabei war, Bananenkisten auszupacken, gebissen. Und weil die Wunde stark anschwoll und man vermutete, das Tier könne eine gefährliche Bananenspinne sein, ließ man zunächst den Kornwestheimer Supermarkt räumen, um danach mit Science-Fiction-ähnlichen Schutzanzügen im Innern nach dem Übeltäter zu suchen. Gefunden wurde dieser erst Stunden später. Das Tier scheint die Schädlingsbekämpfer in einen Kampf verwickelt zu haben, verlor dabei ein Bein und schließlich das Leben. Doch damit war die Geschichte nicht zu Ende, denn – vielleicht wegen dem fehlenden Bein? – die Spinne täuschte noch rund zwei Wochen lang die Ermittler über ihre Gattung. Sie wollten sich bei der Bestimmung auch nicht helfen lassen, denn anders als bei Überfällen gab es kein Foto des Täters (wir haben aber trotzdem eines ;-)) Erst ein Experte in Ungarn gab dann Entwarnung: der Kornwestheimer Aufreger war eine hierzulande häufig vorkommende und harmlose Erd-Wolfspinne.

Ganz oben: Bietigheim-Bissingen. Unten: Stuttgart. 
Schwer von Begriff war im Oktober auch nochmals die bereits erwähnte Zeitung. Die schrieb über Stuttgarts schlechteste Fußballmannschaft Hellas 94 Bietigheim. Liebe Kollegen: Stuttgart ist zwar die größte Stadt im Land, aber irgendwo sind auch mal Grenzen.
Apropos Grenzen: in Mannheim begann jüngst ein Prozess um einen Millionenbetrug. Und dabei lernten die Beteiligten, dass es nun nicht nur ein neues Bundesland namens Milkanien gibt, sondern hier auf baden-württembergischen Gebiet auch gleich einen ganz neuen Staat: Germanitien. Dort, wo es sonst viele Staus gibt, soll er in seinem Fall sein. Ob dort bald eine Autobahnmaut eingeführt wird, ist nicht bekannt.
Vielleicht war es ja gerade diese Diskussion, die einen Lokführer so verwirrt hatte und er deshalb – vor der Einführung – noch schnell ohne Bezahlung einige Meter mehr zurücklegen wollte. Oder aber die vielen kommunizierten (Eröffnungs)termine von Stuttgart 21 haben ihn so getäuscht, dass er dachte, er könne schon durchfahren. Ach, halt, das ist doch nur erfunden. Die wahren Gründe für den ICE-Unfall sind *Trommelwirbel* nasse Gleise. Daraus kann doch eigentlich nur eines folgen: die Tieferlegung sämtlicher Gleise im Land! Alternativ kann man immer noch aufs Auto umsteigen. Dabei sollte man aber aufpassen, dass man sein Gefährt in der richtigen Garage einstellt – nicht so wie ein – Klischee olé – neu nach Bayern gezogener Porschefahrer. Und man sollte nicht versuchen, so schnell zu fahren wie ein ICE (wenn er mal fährt). Denn auch hierzulande blitzte es am Aktionstag ordentlich. Allerdings nicht in jedem Geist, denn eine vermutlich erwischte Frau ging zu der Stelle, wo zwei Geräte waren, und stolperte so ganz aus Versehen darüber. Nunja. Man kann sich in der Dunkelheit ja mal täuschen. Oder auch zwei Mal.

Sonntag, 27. Oktober 2013

Wer hat an der Uhr gedreht?




In einer durchschnittlichen Stunde in Baden-Württemberg…

… werden etwa zehn Kinder geboren. Das gilt allerdings nicht für die beiden kleinsten Gemeinden des Landes: Dort gab es zwischen 2010 und 2012 keine einzige.

… werden allein beim größten Hersteller 62.500 Maultaschen produziert. Eine Stunde ist übrigens auch die Zeit, die in den meisten Rezepten für die eigene Herstellung angegeben wird.

…wird allein beim größten Salzbrezel-Hersteller rund eine Tonne produziert. Eine Stunde ist übrigens auch die Zeit, die in den meisten Rezepten als Ruhezeit für den Teig der „großen“ Variante angegeben wird.

... trägt jeder Einwohner mit 4,11 Euro zum BIP bei.

… werden mehr als 106 Mercedes, Porsche und Audi produziert.

… passieren zwischen 7083 und 7500 Autos die meistbefahrene Kreuzung des Landes, die Anschlussstelle Stuttgart-Degerloch an der A8 („Echterdinger Ei“).

... in einem Fußballstadion der Ersten Bundesliga sahen die Zuschauer (live/TV) in dieser Saison mindestens ein Tor. Am meisten, wenn sie Spiele von 1899 Hoffenheim sahen (bislang 25, VfB: 20, Freiburg 9 bei einem noch ausstehenden Spiel am 27.10.).

… fahren zwar weitaus mehr, an den Wochenenden fahren aber zwischen zwei und drei Uhr nachts acht S-Bahn-Züge im Verkehrsverbund Stuttgart von der Schwabstraße aus in Richtung Herrenberg, Kirchheim (T), Flughafen/Filderstadt, Schorndorf, Backnang, Marbach, Bietigheim-Bissingen und Weil der Stadt. In der Nacht vom 26. auf den 27. Oktober waren es doppelt so viele. Eine Stunde braucht übrigens die S1 laut Fahrplan von Herrenberg über den Hauptbahnhof bis nach Esslingen-Zell.


Kurioses

Manchmal passiert in einer Stunde aber auch etwas, was so nicht geplant war: Im Jahr 2010 vergaß man in Freiburg die Zeitumstellung bei zwei Blitzern, die die Einhaltung des Tempolimits von 30 km/h, das nur in der Zeit zwischen 22 und 6 Uhr gilt, überprüfen sollten. Und so wurden zwei Tage lang auch zahlreiche korrekte Fahrer zwischen 21 und 22 Uhr geblitzt…

1200 Uhren sind im Deutschen Uhrenmuseum in Furtwangen ausgestellt – allerdings müssen nur 80 umgestellt werden. Und das macht mehr Arbeit als im März, wenn wieder auf die Sommerzeit vorgestellt wird, zumal sich auch nicht alle der alten Stücke leicht zurückstellen lassen. Mehr zum Uhrenmuseum gibt’s hier: http://www.abendblatt.de/vermischtes/article2226265/Der-Stundenklau-zur-Sommerzeit.html

Dienstag, 8. Oktober 2013

Bürgerfest in Stuttgart: Einheit - Zwei Tage - Dritter Oktober

Am 2. und 3. Oktober wurde in Stuttgart groß gefeiert: die Wiedervereinigung. Und zwar mit einem recht umfangreichen Programm (einige Punkte davon würde man sich auch öfter mal wünschen, in der Hoffnung, dass es dann nicht so voll ist) - wie ein Storify (www.storify.com; was ist das?) und einige Bilder von den Feiern zeigen...




Miss Baden und Miss Württemberg, so nannten sie sich, warben für das Zusammensein ;-)

Kunst vor der Musikhochschule - ich hatte die Baumstämme beim Vorbeilaufen für Hocker gehalten

"Stuttgart ist viel schöner als Berlin" - das Brandenburger Tor ist ja schließlich da

Wie Tarzan fühlen konnte man sich zwischen Eckensee und Neuem Schloss

Beim Hospitalhof gab es eine Speakers Corner - am Nachmittag aber nicht allzu gut besucht

Die Baustelle des Hospitalhofs konnte besichtigt werden - hier der künftige Innenhof

Auf der Ländermeile vertreten: die Milka-Kuh. Für welches Bundesland auch immer ;-)

Uralt-Polizeiauto im Oberen Schlossgarten - dahinter ein modernes Fahrzeug

Die Volkshochschule bot Türkisches Kochen zum Mitmachen

Der "Bewegungs"-Bereich beim Landtag, von der Musikhochschule aus gesehen


Mittwoch, 25. September 2013

Das Letzte... zur Bundestagswahl


Was zu viel ist, ist zu viel

Ach, was wurde vor der Bundestagswahl nicht alles versprochen. Mehr Entlastung für die Unter- und Mittelschicht, mehr Ausgaben für Bildung, mehr Projekte und Geld für Integration. Nur Sprechblasen? Gut möglich. Zumindest die Grünen haben das vor der Wahl schon zugegeben: ihre Blasen waren auf zahlreichen Plakaten deutlich erkennbar.

Oder ist alles etwa ganz anders gewesen und es war eher eine Anspielung auf den versprochenen Höhepunkt, zu dem alle in der Region Stuttgart kommen sollten?

Apropos Sprechblasen: Mehr gab es ja eigentlich bereits, vor allem für Baden-Württemberg. Mehr Zeichen nämlich. 140 wollte die Stuttgarter Zeitung von den Bundestagskandidaten der großen Parteien als Antworten jeweils haben. Manch einer schaffte da eine Steigerung um rund ein Drittel – und den Layoutern mehr Stress beim Anpassen auf die Vorlagen. Parteienmathematik geht eben anders, das sollte der Wähler seit der Gleichung „0 Prozent und 2 Prozent gleich drei Prozent Mehrwertsteuer rauf“ ja eigentlich wissen…

„Mehr“ hätte man sich dagegen bei manchen Aussagen und Aktionen baden-württembergischer Politiker in diesem Wahlkampf ab und zu gewünscht – mehr Verstand. Kinder, die bei homosexuellen Paaren wohnen, werden später selbst schwul oder lesbisch, verkündete der Calwer FDP-Kandidat Reinhard Günther.
Unverständlich auch eine Geschichte im Wahlkreis Neckar-Zaber: hier wollte ein Wahlkampfhelfer 25000 Euro vom Grünen-Kandidaten Andreas Roll für die Organisation eines Konzertes – für 500 Stunden Arbeit. Mindestlohn von 8,50 oder 10 Euro? Damit gewinnt man doch in Zeiten ständig steigender Kosten, vor allem für Wohnen und Transport, keine Wahlen mehr…

Mehr wollte auch eine Kandidatin im Wahlkreis Ulm. Mehr Buchstaben auf dem Stimmzettel nämlich: Gestatten, Schavan, Dr. Annette Schavan. Den Titel wollte man ihr aber streitig machen, weswegen sie nun vor Gericht streitet. Eine Niederlage gab es für sie in dieser Causa aber schon jetzt: die Wähler durften den Doktortitel durchstreichen, ohne damit ihren Stimmzettel ungültig zu machen. Drei Kreuze für ein Halleluja.

Mehr hätte sich auch ein anderer CDUler gewünscht: Siegfried Kauder. Er war im Rennen um die Nominierung als Direktkandidat im Wahlkreis Schwarzwald-Baar grandios gescheitert und daraufhin als Einzelkandidat angetreten. Immerhin: er hat mehr Stimmen bekommen als der FDP-Kandidat – und um satte drei Prozentpunkte zugelegt. Trotzdem hat es für ihn nicht gereicht. Er wird aber sicher weich fallen - und andernfalls könnte er mal bei seinem Parteikollegen Steffen Bilger nachfragen, der im Wahlkampf Praktika machte und dabei unter anderem so neue Dinge lernte wie Koordination der Mitarbeiter und Verkauf.

Verloren haben aber auch andere im Land – waren die Plakate mancher Parteien deshalb so schnell verblasst, schon vor dem eigentlichen Urnengang? Bleich werden wie ein Eisberg dürften zudem einige Spitzenpolitiker von Parteien, in denen nun die heftigen Schuldzuweisungen beginnen. Oder, wie Juli-Landeschef Sebastian Gratz es zum SWR sagte: „Mit Frau Homburger ist es ein bisschen so wie mit der Titanic: Im Prinzip ein gutes Schiff. Aber wenn sie auf den Wähler trifft, geht sie unter.“

Jubel und viele Prozentpunkte gab es dagegen bei einer ganz großen Fraktion: der der Wähler, und zwar in Ludwigsburg. Dort sollen 80 Prozent der Wahlberechtigten am Sonntag ihre Stimmen abgegeben haben, verkündete das Landratsamt – das wäre der bundesweite Spitzenreiter. Nur: man hatte in der Kreisstadt einfach vergessen gehabt, 7000 von ihnen bei der Basis (sämtliche Wahlberechtigten) dazuzuzählen (dem Finanzamt wäre so etwas sicher nicht passiert)…

Das ist doch alles breitgetretener Quark, mag sich da mancher Wähler angesichts von Zahlen, Prognosen und Statistiken denken. Falsch, das da am Rand der Seite ist ein anderes Milchprodukt, das es für die Wähler gab – zumindest für die potenziellen im Wahlkreis Biberach: Joghurt. Mit echter Rief-Milch, würde die mittlerweile Ex-Landwirtschaftsministerin vielleicht diese neue Sorte anpreisen. Die Kühe wurden dazu extra mit Wahlplakaten gefüttert.

Alle anderen Wähler müssen nun, nach der Wahl, aber nicht enttäuscht sein, wenn sie solche tollen Dinge nicht bekommen haben. Denn was es für sie gibt, das hatte die Junge Union Karlsruhe schon geprobt und es wurde offenbar für gut befunden. Und auch davon gibt es nun Mehr:kel.

Freitag, 13. September 2013

Das Pforzheimer Stadt-Wlan - brauchen wir das wirklich?

Sie machen so langsam ernst, die Damen und Herren der Pforzheimer Medien- und IT-Elite. bis ende September soll in der Pforzheimer Innenstadt freies Wlan für alle verfügbar sein.
Die Pforzheimer IT-Initiative. Quelle: pz-news.de


Vor ein paar Wochen hatten sie es damit sogar in die Nachrichten beim Radiosender SWR3 geschafft und ich war verwundert dass diese Idee immer noch ernsthaft verfolgt wird. Nun schreibt die Pforzheimer Zeitung (die natürlich an der Wlan Initiative beteiligt ist) wieder einmal darüber. Es wurde fleissig geplant, Sponsorenpakete geschnürt und und und. Sogar ein Verein wurde gegründet, der “PF-Wlan Pforzheim e.V.”.

Klingt doch also super! Kostenloses, offenes Wlan für alle! In der ganzen Stadt! Das ist es doch was wir “Digital-Freaks” wollen!

Schaut man sich das ganze aber genauer an, merkt man, was für eine Schnapsidee das ganze ist. Es sollen IT-Fachkräfte in der Stadt gehalten werden, Neue Fachkräfte angezogen werden, das Potential der Branche soll ausgenutzt werden. Mit kostenlosem Wlan in der Innenstadt!?!? Gerade die Zielgruppe würde doch niemals so ein offenes Wlan nutzen, schon aus Sicherheitsgründen. Dazu kommt, dass es in der Innenstadt ja gar keine Plätze gibt, an die man sich gerne setzen würde um da zu arbeiten. Geschweige denn dass die Firmenpolitiken es erlauben würden, dass die Mitarbeiter auch mal vom Straßencafé aus arbeiten. Dieses Argument ist also undurchdacht und oberflächlich, geradezu ein Hohn, könnte doch das Geld dass hier ausgegeben wird, in andere infrastrukturelle und städtebauliche Maßnahmen investiert werden.

Die Sprecher der IT-Initiative geben es ja schon fast zu, dass dieses Projekt nichts weiter als ein Symbol ist, dessen tatsächlicher Nutzen keinen interessiert: „In dieser Stadt gibt es zahlreiche leistungsfähige Unternehmen, die im Bereich Medien und IT tätig sind. Wir wollen mit dem Angebot des freien W-Lan auch symbolisch demonstrieren, welches Potenzial hier zur Verfügung steht“ (Eugen Müller, Quelle: PZ)

Für mich ist also klar dass dieses Projekt nur einen Nutzen hat: die Befriedigung der Selbstdarstellungssucht einiger Pforzheimer Unternehmer unter dem Deckmantel der Wohltat. Denn wollten sie wirklich Pforzheim “als moderne Stadt, die wir sind, nach außen präsentieren”(Eugen Müller, Quelle: PZ) dann gehört dazu mehr als ein bisschen Wlan in der Fußgängerzone.

Aber vielleicht irre ich mich ja auch, und das ist genau das was nötig ist, um Pforzheim zum Zentrum des Digitalen Deutschland zu machen, und so die Wirtschaft wieder anzukurbeln. schliesslich sind wir mit dem Amazon-Logistikzentrum quasi schon der Nabel der Welt in Sachen E-commerce. Was denkt ihr denn darüber?

*** Dieser Artikel wurde ursprünglich am 1.August 2013 auf digital-evangelist.de veröffentlicht und das PF-WLAN ist inzwischen aktiv, es wurde am 04.09. feierlich gestartet.***

Wir wollen auf dem IchbinBW-Blog auch durchaus kontrovers sein, und haben deßhalb hier die "CONTRA" Meinung zum neuen Pforzheimer Stadt-WLAN. Es gibt viele die dem Projekt positiv gegenüberstehen und würden uns freuen wenn so eine "PRO"-Stimme sich berufen fühlt die Antwort auf Frederiks Beitrag zu schreiben.meldet euch einfach über das Formular: http://blog.ichbinbw.de/p/mitmachen.html

Donnerstag, 12. September 2013

Emanzipation der Weinhoheiten

Es gibt die Badische Weinkönigin, die Württemberger Weinkönigin und über diesen beiden natürlich die deutsche Weinkönigin. Diese wird am kommenden Freitag in Offenburg gewählt. von den 13 Kandidatinnen haben es sechs ins “Finale” geschafft bei dem am 13.09.dann die neue deutsche Weinkönigin gekrönt wird.

Die Badische Kandidatin Katharina Zimmer,Badische Weinkönigin 2012/13, durfte ich letztes Jahr persönlich kennenlernen aber sie hat es wie auch ihre Württemberger Kollegin Nina Hirsch nicht unter die letzten 6 geschafft. fast 60 Jahre lang waren Weinhoheiten immer weiblich. 1950 wurde sowohl in Baden als auch in Württemberg die erste Weinkönigin gewählt.

2009 aber emanzipierte sich ein kleines Dorf nahe der badisch/württembergischen Grenze und schuf den “Eisinger Weinkönig”.

Erster Weinkönig Markus I.
Dieser wird aber nicht gewählt wie seine weiblichen Kolleginnen sondern der Titel muss erkämpft werden, in sportlichen und geistigen Wettbewerben. Wer den Titel dann aber gewinnt darf ihn auch für zwei Jahre tragen, denn nur in diesem Turnus findet das Weinfest des Musikverein Eisingen statt, der auch den Weinkönig erfunden hat. Allerdings sind diese zwei Jahre weit weniger anstrengend als nur eines der Weinköniginnen, die gerade jetzt im Herbst oft 3 Termine am Tag absolvieren müssen, auf Weinfesten, bei Weingütern, Umzügen, und dann kommt noch die Arbeit im eigenen Weingut dazu. All das gibt es beim Weinkönig nicht, er ist lediglich Ehrengast auf allen Festen des Musikvereins.



Und der Wohl gravierendste Unterschied, der zwei Sätze weiter oben schon anklingt, die Weinköniginnen müssen aus einer Winzerfamilie kommen, Erfahrung in der Weinwirtschaft und im Weinbau haben. Ein Weinkönig muss nur gerne Wein trinken, einen Bezug zu Eisingen haben und sich natürlich gegen die andern Kandidaten im Wettkampf durchsetzen.

Zweiter Weinkönig Tom I.
Wir in Baden Württemberg können alles, also auch einen Weinkönig krönen und so die Welt der Weinhoheiten emanzipieren. Und sind hierbei auch Vorreiter wie bei vielem anderem. Recherchen haben ergeben dass der Titel des Weinkönigs zumindest in BaWü einmalig ist.

Der Wettbewerb zum Eisinger Weinkönig findet einen Tag nach der Krönung der deutschen Weinkönigin statt, nämlich am 14.09.2013 ab 20:00 Uhr in der Bohrrainhalle in 75239 Eisingen, im Rahmen des Weinfest des Musikverein Eisingen e.V.








Weiterführende Links
http://www.mv-eisingen.de
http://www.deutscheweinkoenigin.de
http://www.badischer-weinbauverband.de/badische-weinkoenigin.html
http://www.weinbauverband-wuerttemberg.de/DATA/WEINHOHEITEN/weinhoheiten_uebersicht.php

Samstag, 24. August 2013

Wie viel Baden-Württemberg steckt…

…in der Bundesliga?


„Wir können alles. Außer Hochdeutsch“ – mit diesem Slogan wirbt die Landesregierung für Baden-Württemberg, genauer gesagt vor allem für die Attraktivität als Wirtschaftsstandort, gefolgt von eher touristischen Aspekten. Doch kann Baden-Württemberg noch mehr? Zum Beispiel Bundesliga? Ein paar Zahlen-Spielereien zum Beginn der 51. Saison, aufgezeichnet an einem durchschnittlichen Spieltag…

Samstagnachmittag, gut eine halbe Stunde vor Anpfiff
Die Mannschaften kommen zum Warmmachen aufs Feld – und ein Sechstel tut das, während es Baden-Württemberg auf der Haut trägt. Denn von den 18 Profiteams der 1. Fußball-Bundesliga werden mit Augsburg, Frankfurt und Hannover drei von Jako ausgestattet, dreimal so viele allerdings bekommen ihre Trikots aus Franken. Aber, immerhin: als einziges der insgesamt fünf vertretenen Hersteller trägt das Unternehmen mit Sitz im Hohenlohekreis seine Herkunft und Baden-Württemberg im Namen. Denn Jako steht für die beiden Flüsse in der Nähe, die Jagst und die Kocher.

Samstag, kurz vor 15.30 Uhr
Es geht gleich los, die Mannschaften laufen ins Stadion ein, gefolgt von Trainern, Betreuern und Ersatzspielern. Und dass ein Großteil von ihnen alles auf Baden-Württemberg setzt, kann man schon sagen. Denn in der Hälfte der Erstligastadien stammen die Trainerbänke von Recaro – und diesmal, anders als bei den Trikots, haben die aktuell drei Vereine aus dem Ländle sich auch für einen baden-württembergischen Hersteller entschieden (dazu kommen Dortmund, Hamburg, Nürnberg und wieder Frankfurt, Hannover und Augsburg). Recaro übrigens steht für den Nachnamen des Gründers, des Sattlermeisters Wilhelm Reutter, der 1906 mit der Herstellung von Carosserien begonnen hatte und erst nach der Umfirmierung 1963 sich auf Sitze spezialisierte.

Samstag, 15.30 Uhr
Der häufigste Anstoß-Zeitpunkt der heutigen Zeit. Bei der Gründung der Fußball-Bundesliga war Baden-Württemberg eher schwach vertreten: der KSC und der VfB spielten mit damals 14 anderen Mannschaften um den Titel. Beide verloren übrigens gleich am ersten Spieltag, landeten aber am Ende auf den Plätzen 13 und 5.

Samstag, kurz nach Anpfiff
In der Tabelle mit den höchsten Siegen – analog zu der der Bundesliga – sind auch Vertreter aus Baden-Württemberg zu finden. Allerdings eher auf der unterlegenen Seite. Am 27.2.1965 schlägt 1860 München den KSC mit 9:0 – Platz 7. Der Verein ist zudem auch auf Platz 11 zu finden, nach einem 0:8 gegen den HSV am 12.2.1966, und auf Platz 18 (0:7 am 17.5.2008, wieder waren’s die Hamburger). Gerade noch so in die Tabelle geschafft hat es auch der VfB – mit zwei 7:0, einmal gegen Gladbach (schön war’s :-), ebenso wie das Ergebnis zuvor gegen Bremen, das mir jemand zum Wichtelgeschenk machte), Dortmund und Düsseldorf.












Samstag, 15.40 Uhr
Tooor, Tooor, Tooor – allerdings geht der Ball – übertragen gesprochen – ins Netz des KSC. In der Saison 67/68 schließt der Verein am Saisonende auf Platz 18 ab und steigt ab.

Samstag, 15.54 Uhr
Schon wieder ein Tor – und zwar von den Gegnern des VfB, die den Verein mit dem Ende der Saison 74/75 in die 2. Liga schießen. Der Anteil Baden-Württembergs in der Bundesliga bleibt aber gleich, denn von Beginn der Saison 75/76 an spielt der KSC wieder im Oberhaus. Und nach seinem Abstieg nach der folgenden Saison steigt der VfB wieder auf und beendet die Spielzeit 77/78 auf Platz 4. Diese Platzierung hat der Verein übrigens auch in der Ewigen Tabelle, vor allem dank der Jahre nach dem Wiederaufstieg.

Samstag, 16.12 Uhr
Erstmals in der Liga-Geschichte sind drei Mannschaften (ein Sechstel) aus dem Ländle vertreten: Die Saison 84/85 schließt Waldhof Mannheim (der Verein hatte 83/84 zum ersten Mal Bundesliga-Luft geschnuppert) auf Platz 6 ab, der VfB auf 10 und der KSC auf 17, dem vorletzten (Abstieg).

Samstag, 16.15 – 16.30 Uhr
In der Halbzeitpause der Geschichte der Bundesliga gibt es viel Bewegung. Waren kurz vor dem Pfiff nur zwei Mannschaften aus BaWü dabei (VfB und Waldhof), kommt 87/88 der KSC wieder dazu und danach die Stuttgarter Kickers – bisheriger Rekord, gut ein Fünftel der Liga kommt aus Baden-Württemberg. Nach dem sofortigen Abstieg der Kickers hält er aber auch nur für ein Jahr an.


Samstag, 16.42 Uhr
Freiburg ist 98/99 wieder eingewechselt worden – und damit auch erstmals eine Mannschaft, die Trikots von Jako trägt. Adidas, Puma und Nike hatten sich zuvor, seit Beginn der Neunziger, auf nur wenige Mannschaften konzentriert. Jako dagegen ergriff die Chance und zielte auf Teams der 2. Bundesliga.

Samstag, kurz vor 17 Uhr
Eine LaOla geht durchs Stadion. 2007/2008 wurde erstmals die absolute Zahl der Zuschauer und nicht nur die der verkauften Karten ermittelt, gezählt wurden 11,815 Millionen. Auf einen Platz fürs internationale Geschäft hat es dabei in seiner Nach-Meisterschaftssaison der VfB geschafft, zu dessen 17 Heimspielen 862.000 Menschen gekommen sind (Schnitt: 50.706, Stadionkapazität damals 55.896), der KSC landete auf Platz 11 mit 490.273 Zuschauern (Schnitt: 28.840, Stadionkapazität 29.699).

Samstag, kurz vor dem Schlusspfiff
Immer mehr Bundesliga-Vereine sind auf Facebook. Auf Platz 1 zum Ende der vergangenen Saison, wenig überraschend, der Nachbar östlich von Stuttgart, mit aktuell 7,815 Millionen „Gefällt mir“-Klicks. Auf Platz 6 (und damit deutlich besser als im Real Life mit Platz 12) der VfB mit rund 306.000, Freiburg auf 14 (90.000, in der Bundesliga am Ende auf Platz 5) und auf 17, einen Platz schlechter als in der Bundesliga-Abschlusstabelle, 1899 Hoffenheim (69.000). Insgesamt kommt das Bundesliga-Ländle also auf rund 465.000 Likes, die restliche Liga auf 14 Millionen (wovon fast 11 Millionen aber allein auf München und Dortmund entfallen, alle Daten abgerufen am 24.8.2013).












Samstag, Schlusspfiff
Aus, aus, aus, das Spiel ist aus. Das gilt nicht nur für das Spiel, sondern bald auch für einige Bundestags-Abgeordnete. Vorher aber möchte ich auf eine ganz interessante visualisierte Statistik der ZEIT verweisen, die die Politiker nach ihren Vereinsvorlieben gefragt hat. Die Vertreter der 1. Bundesliga können dabei auf 305 Fans im Bundestag zählen, die meisten vereinen München und Dortmund hinter sich (je 53), auf Platz 7 mit 17 Fans (alle aus BaWü) liegt der VfB, auf 9 der SC Freiburg (15 Fans, unter anderem Minister Schäuble und einige teils auch aus den östlichen Bundesländern oder Bayern), auf Platz 13 der bereinigten Tabelle 1899 Hoffenheim mit sechs Fans, unter anderem Minister Dirk Niebel). Glückwunsch an dieser Stelle übrigens nach Wolfsburg – die Herren-Mannschaft verzeichnet keinen einzigen Fan, also noch weniger als Neuling Braunschweig (3) und der zweite Werksclub Leverkusen (2).

Samstag, nach dem Spiel ist vor dem Spiel…
Die 50 Spielzeiten der Bundesliga sind abgeschlossen – die 51. Saison beginnt. Jede Mannschaft hatte mittlerweile ein Heimspiel und insgesamt 764.660 Zuschauer (Basis ist die Datenbank von www.weltfussball.de). Baden-Württemberg hat da allerdings Nachholbedarf, denn mit 40.800 (VfB, Stadionkapazität 60.449; angesichts der Leistung zuvor auch nachvollziehbar :-(. Dafür dürften mit laut VfB 3200 Fans beim Auswärtsspiel in Mainz die Plätze fast ausverkauft gewesen sein), 25.730 (1899, Kapazität 30.150, beim Auswärtsspiel in Hamburg waren rund 500 Hoffenheimer) und 23.100 (Freiburg, 24.000 möglich; nach Leverkusen reisten gut 800 mit) ist noch deutlich Luft nach oben, kein Stadion war ausverkauft.