Samstag, 7. Dezember 2013

Das Letzte… zum November

Dumm gelaufen

Ach, wie schnell das doch ging. Kaum gab es „Das Letzte“ zum ersten Mal, kommt nun schon die dritte Auflage daher. Und schnellen Schrittes geht es nun auch auf Weihnachten zu. Hoffentlich gerät da niemand aus dem Tritt…

Olé: diese Treppe soll mal spanisch werden. Das kann
einem derzeit ja schon spanisch vorkommen...
… wenn er zum Beispiel künftig die Spanische Treppe beschreitet. Stufe für Stufe gelangt er über dieses berühmte Bauwerk hinauf – zu MediaMarkt, REWE und sicher dem einen oder anderen Back-Shop. Wie? Back-Shops und REWE in Rom? Nein, in Ludwigsburg. Denn hier soll es – nach dem großen Vorbild – mit der Sanierung eine Spanische Treppe geben, die zum Marstall-Center führt. „Das wird sicher ganz schön aufregend“, wird ein Vertreter des neuen Betreibers ECE in der Zeitung zitiert. Bestimmt.

Für Aufregung – aber nicht nur im November – sorgte der Einhorn-Tunnel in Schwäbisch Gmünd. Der wurde nach langer, langer Zeit endlich eingeweiht. Für manche Verkehrsteilnehmer aber schon ein bisschen früher, denn weil Verkehrsminister Winfried Hermann sonst zu spät zu einem Termin gekommen wäre, lotste ihn Regierungspräsident Johannes Schmalzl durch den noch gesperrten Tunnel. Das war natürlich hinterher keine Abkürzung, sondern die „Besichtigung einer Landesbaustelle“.
Doch der Tunnel kann noch viel mehr, als nur die Innenstadt vom Verkehr entlasten: richtig was kosten nämlich. Genau gesagt befindet sich mit Baukosten von 280 Millionen Euro (statt 200 Millionen Mark) nun die teuerste Ortsumfahrung Deutschlands mitten im Ländle. Grund für die Preissteigerungen seien technische Probleme. Tja, da hätte man halt denjenigen ranlassen sollen, der eigentlich Namenspate werden sollte – und der zumindest weiß, wie technisches K.O. geht: Bud Spencer (nach ihm ist aber nun wenigstens ein Bad benannt).

Womit wir schon beim nächsten Boxer wären: Uwe Hück. Und genauso wie die ECE-Betreiber dürfte auch der Porsche-Betriebsratschef aufgeregt gewesen sein, vor seinem großen Kampf gegen den Ex-Schwergewichtsweltmeister Luan Krasniqi. Doch richtig lange konnte er das bei der Wohltätigkeitsveranstaltung unter dem famos gereimten Motto „Blaue Flecke für soziale Zwecke“  nicht sein:
nach acht Runden
lag Hück schon unten.
Lässt sich davon aber doch nicht stoppen,
will sich wieder mit dem Gegner kloppen.

Apropos unten: das waren auch zahlreiche Waschmaschinen bei Schorndorf im Rems-Murr-Kreis. Die Geräte waren auf einem Lastwagen, dessen Fahrer sich bei der eigenen und der Höhe einer Bahn-Unterführung  ziemlich verkalkuliert hatte – und hängenblieb, woraufhin die S-Bahn stehenblieb. Dumm gefah... ähhm, gelaufen.

Achtung: auf dem Weihnachtsmarkt
kommt Ihnen ein Elefant entgegen!
Letzteres galt auch für etwas anderes Großes auf einer Straße bei Stühlingen nahe Freiburg: ein Elefant. Der war von einem Zirkus ausgebüxt und spazierte munter durch die Gegend – und mitten hinein in den Verkehrsfunk. „Vorsicht, auf der B 314 kommt Ihnen ein Elefant entgegen.“

Viel farbenfroher und deutlich kleiner war dagegen das, was einem auf der Wiese vor dem Remsecker Rathaus entgegenkam. Beziehungsweise waren es vielmehr die Autofahrer, die der neuen Deko entgegenkamen –  allerdings zu den meisten Zeiten nur langsam. Die „Gmünder Grüße“, die für die nahende Landesgartenschau werben, sollen laut Stadtverwaltung „die Wartezeit auf die nächste Grünphase verkürzen“.  Die Veranstaltung in Schwäbisch Gmünd ist übrigens in zwei Bereiche unterteilt, einer davon nennt sich „Himmelreich“. Ob man dorthin durch den neuen Einhorn-Tunnel schneller kommt? Falls ja: die staugeplagten Fahrer an besagter Kreuzung vor dem Remsecker Rathaus wären sicher interessiert...

Tipps, wie etwas schneller gehen kann und wie man Tiere einfängt, hätten sicher auch die Erbauer eines 30 Kilometer langen Schutzzauns entlang der A81 bei Heilbronn gebrauchen können. Dieser hätte eigentlich Wildschweine von der Autobahn abhalten sollen, bei seiner Errichtung wurden einige der Tiere aber zwischen dem Zaun und der Fahrspuren eingesperrt. Also wurde die Autobahn voll gesperrt, um die Borstenviecher zurückzuscheuchen – ohne nennenswerten Erfolg. Vielleicht war ihnen das eingerichtete Gatter auch einfach zu profan – und sie hätten vielmehr etwas in der Art einer Spanischen Treppe bevorzugt…

Das war zum Lachen? Dann aber bitte nicht zu laut – sonst kann das vor Gericht enden, wie eine Jugendliche feststellen musste. Wegen 35 Euro Bußgeld. Eine echte Lachplatte.