Dienstag, 11. Februar 2014

Das Letzte... zum Januar

Das Jahr 2014 schreitet mit schnellen Schritten voran. Nur leider konnte da nicht jeder mithalten - und hat sich zum Teil mächtig verirrt...

screen twitter im zugAuch für einen 16-Jährigen könnten vielleicht die ersten Tage des neuen Jahres zu viel gewesen sein. Er schlief eines samstagabends in einem Zug ein, wurde nicht entdeckt und landete abgestellt im Bahndepot des Stuttgarter Hauptbahnhofs. In der dunklen Enge entdeckte er immerhin die Weiten des World Wide Web (und dieses ihn) und startete via twitter einen Hilferuf an die Deutsche Bahn. Die entdeckte den Vorgang erst später – und reagierte dann umso schneller: mit Ermittlungen. Denn man habe den Zug vor dem Abstellen kontrolliert, zudem sei der angeblich Gefangene wohl absichtlich in die falsche (gefährliche) Richtung gelaufen, um noch ein Foto zu machen, und habe dabei den Bahnverkehr gefährdet.

In der Richtung geirrt hat sich auch ein weiterer Baden-Württemberger. Ein Biber in Blumberg verschätzte sich beim Fällen eines Baumes, dieser landete auf einer Straße, die wenig später ein Lastwagenfahrer passierte, der nicht mehr ausweichen konnte und einen Unfall mit zwei weiteren Fahrzeugen auslöste. Der eigentliche Verursacher bleibt wohl unbekannt, denn, so schreibt die Polizei: „Der Biber hatte sich zu diesem Zeitpunkt im Übrigen bereits unerlaubt von der Unfallstelle entfernt.“ Tja, leider hat er nicht getwittert.

Dort hätte er vielleicht ebenfalls Lösungen bekommen, wie man’s richtig macht. Oder bei anderen Angeboten im Internet – zum Beispiel dem der baden-württembergischen Polizei. screens Januar-Letztes copyDie hat mit der Reform zu Jahresbeginn auch den Ort für ihre Pressemitteilungen geändert.
Und dort erfährt man nun nicht nur, wen weshalb eine Anzeige erwartet, sondern kann selbige auch sehen: für Mittel gegen Gelenkschmerzen (sicher gut nach Schlägereien) oder „handgeprüfte Mitgliederprofile“ (um ja keinem Heiratsschwindler, notorischem Schläger oder Dieb aufzusitzen), war etwa auf den Seiten des Ludwigsburger Präsidiums zu lesen. Nach Zeitungsberichten war damit vorerst Schluss. Doch die Polizei wäre nicht Freund und Helfer, würde sie nun keine Ratschläge mehr geben – natürlich nur noch ohne Haken… Vielleicht sollte es ein Bauer aus Freiberg, der seit mehreren Monaten mit einem Plakat an seinem Haus nach einer Frau sucht, mal bei der Polizei probieren? Immerhin: im Januar kam mal zufällig jemand von dpa vorbei, der dabei entstandene Bericht fand bundesweit großen Abdruck. Und wenn schon keine Frau sich gemeldet hat, so hat der Bauer nun wenigstens viele Zeitungsausschnitte. Denn Sammeln lohnt sich, nicht nur für die Polizei!

Noch mehr hätte es sich aber für einen Mann in Fellbach gelohnt. Und zwar das (Auf)sammeln seines Geldbeutels, den er dort verloren hatte, wo er nichts zu suchen hatte: in einem Firmengebäude, in das er eingebrochen war.

Nichts zu suchen hatte auch ein Bienenstich auf einer Frau – weshalb diese, so war zu lesen, Schmerzensgeld haben wollte. Und zwar von der Kreissparkasse Ludwigsburg, die seit geraumer Zeit acht eigene Völkchen besitzt. Kleinvieh, heißt es, macht schließlich auch Mi.. äh, noch besser, Gold, flüssiges. Die Frau mit dem Stich scheint das nicht zu schätzen und macht nun Tamtam – und das alles nur, weil sich eine Biene mal verflogen hat.

Vielleicht war das Tier aber auch verwirrt, weil es in einen Kreisverkehr geraten war – mit einem Kunstwerk in der Mitte. Oder eben einem Birnbaum, so wie dem in Lomersheim (hier ein Video mit dem Übeltäter). Dem 100 Jahre alten Gewächs droht die Fällung, schuld ist mal wieder die berühmt-berüchtigte EU-Richtlinie. Sehr zum Leidwesen des Landratsamts in Pforzheim, dass sich entweder die Wut der Bürger zuzieht oder sich in der Verantwortung sehen muss, wenn ein Unfall passiert. Vielleicht könnte die Behörde, um dem zu entgehen und nicht selbst Hand anlegen zu müssen, einfach mal einen Biber in der Nähe aussetzen. Und bloß nicht darüber twittern.