Freitag, 21. Februar 2014

Die ungewöhnlichsten Stadtführungen

Rekordverdächtige 18,7 Millionen Gäste haben die Statistiker allein im vergangenen Jahr in Baden-Württemberg gezählt, die meisten kamen aus der Schweiz, Frankreich, Holland und Großbritannien. Für sie werden in nahezu jedem größeren Ort Touren angeboten – doch Stadtführungen lohnen sich nicht nur für die Besucher, die binnen kurzer Zeit einen Überblick über die wichtigsten Sehenswürdigkeiten bekommen wollen. Denn in vielen Städten gibt es mittlerweile ausgefallene Möglichkeiten, seine (neue) Heimat kennenzulernen.



Die 15 ungewöhnlichsten Stadtführungen (aufgelistet von Nord nach Süd)

Die sportlichste Sightjogging in Mannheim – das Angebot der Ironwoman Dani Weber verbindet professionelles Lauftraining mit Infos über die Quadratestadt.

Die modernste Mit einem Minicomputer können Besucher die historische Altstadt von Heidelberg oder die Innenstadt von Karlsruhe erkunden.  

Die persönlichste Besuchern eine Stadt aus der Sicht eines Einheimischen und vielleicht bald neuen Freundes zeigen – diese Idee steht hinter dem Greeter-Netzwerk, das in New York seinen Ursprung hat. Mittlerweile gibt es auch Ableger hierzulande – in Mannheim, Heidelberg und ganz neu in Stuttgart.

Die nasseste Heilbronn bezeichnet den Neckar als die eigene Lebensader. Die Stadt würdigt den Fluss mit einer eigenen Führung – natürlich per Schiff.

Die tiefgehendste Zahlreiche Keller gibt es in Vaihingen/Enz, mit verschiedenen Besonderheiten und unterschiedlichen Bauweisen. Sie kann man bei einer Exkursion erkunden, die ausgehend vom Kellerkataster, das den mittelalterlichen Stadtgrundriss widerspiegelt, treppauf, treppab führt. Und wer Vaihingen lieber von oben sehen will, kann dies bei einer Turmführung tun.

Die stilvollste Kostümführungen gibt es mittlerweile in vielen Städten und zu vielen Themen – das passende Ambiente dazu gibt es zudem im Ludwigsburger Residenzschloss sowie in der Innenstadt.

Die umfangreichste Er durchzog einst fast das gesamte heutige Baden-Württemberg: der Limes in seinem Abschnitt Obergermanien und Raetien. Führen lassen kann man sich an verschiedenen Standorten und wichtigen Punkten des Weltkulturerbes von den Limes Cicerones, die gerne auch in römischen Uniformen die Geschichte wieder aufleben lassen. 

Die schwäbischste Die Kehrwoche gilt als landestypisch – damit spielt auch eine Stadtführung durch Gerlingen mit der „Schwäbischen Hausfrau“, die durch ein abschließendes schwäbisches Vesper ergänzt wird. Und die es als Exportschlager schon weit über die Grenzen der Kleinstadt bei Stuttgart geschafft hat, wie ein TV-Beitrag der Deutschen Welle beweist.

Die aufstrebendste Hoch hinaus kann man nicht nur auf einem Berg – sondern auch in Stuttgart. Eine Folge der Lage im Talkessel sind viele Treppen. Und die kann man mit einer der vielen Stäffelestouren erkunden.

Die alternativste Stadtführungen zeigen eigentlich fast nur die schönsten Seiten – nicht so die von Mitarbeitern der Straßenzeitung trott-war. Sie bringen die Besucher zu Brennpunkten, an denen sie vielleicht selbst einmal als Obdachlose oder Suchtkranke gelebt haben (hier ein Bericht über eine der Führungen, die es schon recht lange gibt).

Die unnützeste Regelmäßig gibt Patrick Mikolaj auf seiner Facebook-Seite kuriose oder nahezu unbekannte Fakten über die Landeshauptstadt preis – nun kann man sich das unnütze Stuttgart-Wissen auch mit einem Stadtführer erlaufen.

Die mondänste Hierher kommen viele Reiche – und das spiegelt sich auch im Angebot der Stadtführungen wider: in Baden-Baden kann man nicht nur einen Blick ins Festspielhaus werfen. Sondern man gelangt auch (allerdings nur als Gruppe) fachkundig geleitet ins Casino.

Die gefühlvollste Er verspricht eine ganz andere Art, Ulm zu begreifen: der blinde Stadtführer Hartmut Dorow bringt Besuchern die Donaustadt in den Sommermonaten regelmäßig näher.

Die ökologischste Vieles in Freiburg ist grün: der OB, die Umgebung und gar ganze Stadtviertel. Und natürlich auch die Fortbewegung – passend dazu gibt es Stadtführungen mit dem Rad.

Die musikalischste Es galt zeitweise als eines der meistgelesenen Bücher Deutschlands und wurde 1918 vor Ort auch verfilmt. An die Geschichte des Trompeters von Säckingen erinnert heute noch eine Stadtführung – natürlich in Begleitung des Blasinstruments.



Zusammengestellt anlässlich des Welttags des Fremdenführers von Julia Schweizer, Hubert Mayer und Oliver Gassner.
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