Sonntag, 18. August 2013

Träubleskuchen-Eis – eiskalter Klassiker für heiße Tage

„Die schwäbische Küche“, so schreibt das Online-Lexikon Wikipedia, „ist im Gegensatz zur französisch beeinflussten badischen Küche eher einfach und bodenständig“, und viele gehaltvolle Gerichte zählten dazu. Doch gerade in heißen Sommertagen, von denen es in den Juni-, Juli- und Augustwochen 2013 etliche gab, vielleicht zu gehaltvoll und mit allzu schweißtreibender Zubereitung in eh schon aufgeheizten Küchen. Warum also nicht einen schwäbischen Klassiker aus der Tiefkühltruhe kreieren?
Zum Beispiel Träubleskuchen, die Spezialität mit einer Füllung aus roten Johannisbeeren (manchmal auch mit gemahlenen Nüssen) auf einem Mürbteigboden und mit einer Haube aus Eischnee. Und all das ist auch in der Eisvariante enthalten: Johannisbeeren, kleine Baiser- und Keksstückchen (hey, was Ben&Jerry’s und Häagen-Dazs können, können Schwaben doch auch!).

Für Gscheitle 
Johannisbeeren, deren Namen sich vom Johannistag (24. Juni) herleiten, um den herum die ersten Sorten reif werden, sind in den südlichen Regionen weit verbreitet. Das zeigt auch die sogenannte Strauchbeerenerhebung, die 2012 erstmals erstellt wurde. Bundesweit werden auf insgesamt 6839 Hektar Strauchbeeren angebaut, in Baden-Württemberg sind es 1 504 Hektar (Platz 2). Die am häufigsten angebaute Art ist dabei die schwarze Johannisbeere (610 ha), die aber überwiegend industriell weiterverarbeitet wird, danach kommen die Himbeeren (310 ha) und dann die roten und weißen Johannisbeeren (294 ha), die damit also knapp ein Fünftel der Anbaufläche für Strauchbeeren ausmachen.


  

Jetzt wird gschafft
Diese Johannisbeeren werden also nun kurz abgebraust, danach lässt man sie abtropfen. Nun werden die einzelnen Beeren von der Rispe entfernt. Am besten geht das mit einer Gabel, die man sanft vom oberen Ende der „Fruchttraube“ nach unten zieht. Und das war auch schon die Hauptarbeit – einfach, oder? Anschließend werden die Beeren püriert (wer Lust hat auch durch ein Sieb passiert), mit Zucker vermischt, die steifgeschlagene Sahne (Tipp: Becher und Rührbesen zuvor für einige Minuten ins Gefrierfach) und die festen Bestandteile untergezogen. Das ganze dann für mindestens zwei Stunden in die Eiseskälte stecken.


Rezept
200 g Johannisbeeren
50 g Zucker (geht auch weniger, der Baiser ist ja süß und ein säuerlicheres Eis ein guter Kontrast)
150 ml Sahne
2 Baisers
Einfache Butterkekse nach Belieben

(Laut Basisrezept ist das eines ohne Eismaschine. Leider wird es nicht so cremig wie bei den Profis. Alternativ gibt es ja einige Hersteller von entsprechendem Pulver/Zucker, das wunderbar funktioniert ;-))

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